Chronik

belleville
Verlag Michael Farin

BÄUME PFLANZEN

belleville – viele Leben sind kürzer – wurde – am 21.7.2016 – 34 Jahre alt. Der von Gerhard Merz gestaltete Schutz-Umschlag für das erste Buch – 200 D – meines Verlages ist ein Siebdruck auf Chromolux.

200 D ist nicht das einzige Buch geblieben. Wer mag, kann sich auf dieser Website die Bücher ansehen, die im Laufe der Jahre entstanden sind. Auch die, die angekündigt wurden, bisher aber nicht erschienen sind, aus welcherlei Gründen auch immer: Sie werden noch erscheinen, früher oder später. Und das eine oder andere Buch wird hinzukommen. Ideen gibt es genug.

Zweifelsohne, belleville hätte ausschließlich eine Bibliothek meiner Lieblingsbücher werden können. Aber nicht wenige von denen, die ich besonders schätze, waren längst verlegt und zudem lieferbar, »Der Kopf des Vitus Bering« von Konrad Bayer etwa, Oswald Wieners »Die Verbesserung von Mitteleuropa, Roman« oder Oskar Panizzas »Skizze einer Weltanschauung«, »Der Illusionismus« und »Die Rettung der Persönlichkeit«.

Was ich sagen will: Bücher zu verlegen, bedeutet für mich, Halluzinationen Wirklichkeit werden zu lassen. Bücher zu lesen natürlich auch. Oder wie Oskar Panizza schreibt: »Also ein Baum, den ich halluziniere, entsteht als zentraler Prozess in meinem Hirn, resp. in meiner Vorstellung, und wird von hier aus in die Außenwelt verlegt, wo ich ihn sehe, während ihn meine Nebenmenschen nicht sehen. Aber wie kommt es, dass ein Prozess, der in der Regel von außen nach innen verläuft - der in der Außenwelt wirklich vorhandene Baum wirkt als Reiz auf mein Auge und pflanzt sich fort bis in mein Hirn, wo er als Baum gesehen wird - nun auf einmal den umgekehrten Weg einschlägt, und, wie die Halluzination von Innen nach Aussen geht?«

In diesem Sinne

Michael Farin